Behandlung Haarausfall

Grundsätzlich:

Ein Verlust von bis 100 Haaren täglich ist normal. Haare haben verschiedene Wachstumsphasen und Haare welche in die Ruhephase fallen (Telogenphase), fallen irgendwann aus, beim Waschen, beim Fönen, beim durch die Haare gehen. Dies ist ganz normal und kommen diese verlorengegangenen Haare nach 3-5 Monaten wieder. Ein ständiger normaler Vorgang.

Ist die Rate jedoch höher als täglich 100, ist der Haarausfall meist anders begründet.

Es könnte beispielsweise folgende Gründe haben.

-      Haarausfall aufgrund Einnahme von Medikamenten

-      Eine vorliegende Störung der Hormone

-      Eine ernsthafte Krankheit

-      Stress, Schicksalschläge

-      Krankhafter Haarausfall, wie kreisförmiger Haarausfall

Meist jedoch: Erblicher bedingter, androgenetischer, vererbter Haarausfall

Was ist vererbter Haarausfall?

Grundsätzlich sind prinzipiell die Gene schuld. Heißt, Väter, oder Großväter werden höchstwahrscheinlich ebenso Haarausfall, Geheimratsecken, oder Glatze gehabt haben.

Schuld sind für die Haarfollikel schädliche männliche Hormone, genauer, das Hormon Dihydrotestosteron (DHT), ein Unterhormon von Testosteron, was an den Haarfollikeln lagert. Die Haarfollikel von Menschen mit androgenetischem Haarausfall reagieren hierauf empfindlich, werden nach und nach geschwächter und dünner und fallen irgendwann aus.

Was kann, oder was soll getan werden?

In erster Linie sollte ein Arzt, speziell Hautarzt – Dermatologe aufgesucht werden, um den genauen Grund für den Haarausfall festzustellen oder bestmöglich den Haarausfall stoppen. Liegt genetischer Haarausfall vor, gibt es heute folgende, seriöse und mit Studien hinterlegte Möglichkeiten:

1.   Wirkstoff Finasterid: Dieser muss tagtäglich eingenommen werden. Eine Dosis von 1 mg pro Tag wird verordnet. Schädliches DHT in der Kopfhaut wird minimiert und die Haarfollikel können wieder aufatmen. Der Wirkstoff wird vom Dermatologen verschrieben und in der Apotheke gibt es heute von verschiedenen Firmen 1 mg Versionen von Finasterid gegen Haarausfall

2.   Wirkstoff Minoxidil: Dieser wird tagtäglich auf die Kopfhaut aufgetragen und erhöht die Durchblutung der Haarfollikel. Der Wirkstoff kann mit 2, oder 5 % in der Apotheke – ohne Rezept – gekauft werden.

Grundsätzlich: Bei beiden Medikamenten ist Geduld sehr wichtig und eine Erstverschlimmerung ist möglich, was aber in der Regel vollkommen normal ist. Erste Wirkungen meist nach 3-5 Monaten und beste erreiche Wirkung oft nach 12 Monaten. In vielen Fällen kann der Haarausfall gemildert, gar gestoppt, oder die Haarsituation deutlich besser werden. Tendenziell wirken beide Medikamente besser im zweiten und dritten Drittel des Kopfbereiches, aber auch ein Versuch im vorderen Bereich ist es immer wert, wie die Erfahrung zeigt. Zudem: Die Medikamente müssen regelmäßig angewandt werden, sonst verpufft die Wirkung innerhalb der nächsten Monate.

Können diese Medikamente nicht mehr helfen, gibt es immer noch den chirurgischen Eingriff der Haartransplantation.